Andere Schweißverfahren

MIG-Löten und Laser-, Unterpulver-, Plasma-, Punkt-, Reibungs- und Sprengschweißen

MIG-Löten

MIG-Löten bzw. Lichtbogenlöten wurde in den neunziger Jahren eingeführt. Es ähnelt sehr dem MIG/MAG-Schweißen. Die größten Unterschiede bestehen in den Drähten, die den Zusatzwerkstoff darstellen und darin, dass das Ausgangsmaterial beim MIG-Löten nicht schmilzt.

Der Wärmeeintrag ist beim MIG-Löten wesentlich geringer als beim MIG/MAG-Schweißen und daher ist das MIG-Löten besonders gut geeignet, um zinkbeschichtete Bleche, die beispielsweise in der Kfz-Industrie eingesetzt werden, aneinander zu fügen. Aufgrund des geringen Wärmeeintrags verbiegt sich das Blech nicht und die Zinkbeschichtung wird nicht beschädigt. Deshalb zeigt die Kfz-Industrie großes Interesse am MIG-Löten. MIG-Löten wird auch häufig in Kfz-Reparaturwerkstätten eingesetzt.

Laserschweißen

Das Prinzip des Laserschweißens ist einfach. Ein mit Kohlendioxid oder mit einem Neodym-Yttrium-Aluminium-Granat-Laser (Nd:YAG-Laser) erzeugter Laserstrahl ist auf das Werkstück gerichtet, um die Teile zusammenzuschweißen. Schutzgas wird hierbei verwendet, um eine Oxygenierung des zu schweißenden Materials zu vermeiden und um die optischen Teile der Schweißmaschine zu schützen.

Die Vorzüge des Laserschweißens sind die hohe Schweißgeschwindigkeit, eine enge Schweißnaht und ein niedriger Temperaturbereich, wodurch das Laserschweißen ein ideales Verfahren für Arbeiten darstellt, bei denen eine geringe thermische Belastung gefordert ist.

Laserschweißen ist präzise. Es ermöglicht enge Schweißnähte und verursacht minimale Veränderungen an den geschweißten Gegenständen. Andererseits erfordert es ein präzises Anliegen der zu schweißenden Werkstücke und die Verwendung einer Spannvorrichtung, wodurch das Laserschweißen ein unwirtschaftliches Verfahren für das Aneinanderfügen von Einzelteilen darstellt.

Unterpulverschweißen

Beim Unterpulverschweißen handelt es sich um ein Lichtbogenschweißverfahren, bei dem der Lichtbogen unter dem Schweißpulver brennt. Der Zusatzwerkstoff wird mit Hilfe eines separaten Schweißdrahts oder eines Drahtvorschubgeräts zugeführt. Während des Schweißvorgangs schmilzt das Schweißpulver auf der Schweißnahtoberfläche und erzeugt eine schützende Schlackenschicht. Das Schweißpulver kann auch Metallpulver enthalten, das während des Schweißprozesses als Zusatzwerkstoff mit der Schweißstelle verschmilzt.

Fast immer handelt es sich beim Unterpulverschweißen um eine zumindest teilweise mechanisierte Form des Schweißens, wodurch eine hohe Produktivität erreicht werden kann, wenn lange Schweißnähte hergestellt werden. Unterpulverschweißen wird häufig in der Mittelschwer- und Schwermaschinenindustrie und in Hafenanlagen eingesetzt.

Plasma-Lichtbogenschweißen

Beim Plasma-Lichtbogenschweißen handelt es sich um ein Gasschweißverfahren. Der Begriff Plasma bezieht sich hierbei auf überhitztes Gas bei einer Temperatur von 15.000–25.000 Grad Celsius (25.000–45.000 Grad Fahrenheit), in dem der mit Schutzgas umgebene Lichtbogen zwischen einer unverbrauchbaren Wolframelektrode und dem Werkstück brennt.

Beim Plasma-Lichtbogenschweißen wird üblicherweise ein Zusatzwerkstoff eingesetzt, der dem flüssigen Schweißbad in Form eines Drahts zugeführt wird. Beim Plasmapulverschweißen wird dem Schweißbad der Zusatzwerkstoff mit dem Schutzgas in Form eines Metallpulvers zugeführt.

Die hohe Energiedichte beim Plasma-Lichtbogenschweißen ermöglicht auch die Erzeugung eines Lichtbogens, der die Werkstücke vollständig durchschweißen kann. Plasma-Lichtbogenschweißen ist besonders geeignet für mechanisierte Schweißprozesse und wird beispielsweise für das Schweißen von Edelstahl eingesetzt.

Punktschweißen

Beim Punktschweißen handelt es sich um ein Widerstandsschweißverfahren, bei dem einzelne Punkte der Werkstücke mit Elektrizität bis zum Bereich ihrer Schmelzpunkte erhitzt werden und dann gegeneinander zusammengepresst werden, wodurch die Werkstücke miteinander verschweißt werden.

Punktschweißen wird bei der Verarbeitung von Blechen eingesetzt. Die Bleche müssen ohne Luftspalt gegeneinander zusammengepresst werden. Die Einbrandtiefe wird über die Punktschweißzeit und den Schweißstrom eingestellt. Beim Punktschweißen kommt eine speziell gefertigte Gasdüse zum Einsatz, die auf die Blechoberfläche gedrückt wird. Üblicherweise verfügt die Gasdüse über kleine Öffnungen, aus denen das Schutzgas entweichen kann.

Reibschweißen

Beim Reibschweißen wird Reibung für die Erzeugung der benötigten Schweißhitze genutzt. Die Verbindungsflächen werden zusammengeklemmt und gegeneinander rotiert. Nachdem durch Erhitzung ein weicher Zustand erreicht wurde, werden die Flächen fest gegeneinander gepresst, wodurch sie miteinander verschweißt werden. Reibschweißen wird beispielsweise für das Verbinden von Achsen und Stangen eingesetzt.

Sprengschweißen

Beim Sprengschweißen handelt es sich um ein spezielles Schweißverfahren für das Verbinden von zwei unterschiedlichen Metallarten mittels einer kontrollierten Explosion. Durch die Explosion wird ein großer Druck zwischen den Metallplatten erzeugt, wodurch die Metalle auf atomarer Ebene miteinander verschweißt werden. Das somit erhaltene Verbundgefüge besitzt eine äußerst hohe Qualität und beständige metallurgische Eigenschaften.

Das Sprengschweißen wird verwendet, wenn zwei unterschiedliche Metallarten über eine feste Nahtstelle miteinander verbunden werden müssen.

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