Automatisierung beim Schweißen
Wie Rapid Welding und Kemppi eine Partnerschaft aufgebaut haben, die Bestand hat
28. August 2026
Rapid Welding arbeitet seit der Unternehmensgründung im Jahr 1990 mit Kemppi zusammen. Mitgründer und Geschäftsführer Roy Edwards erläutert die Grundsätze hinter dieser 36-jährigen Partnerschaft: von der Auswahl der richtigen Schweißlösung und der Betreuung der Ausrüstung über ihre gesamte Lebensdauer bis hin zum Umgang mit dem Fachkräftemangel und der Frage, wo Automatisierung und Laserschweißen den größten Nutzen bieten.
Varsha Saraogi
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Lange bevor Rapid Welding zu einem internationalen Anbieter wurde, lernte Roy Edwards das Aluminiumschweißen an einem alten ölgefüllten Quasi-Arc-Schweißgerät mit Hochfrequenz-Zündgerät. Nach heutigen Maßstäben war die Anlage schwerfällig, doch sie legte den Grundstein für eine Karriere, die sich über fast fünf Jahrzehnte erstreckt.
Später sammelte Roy Erfahrung im MIG-, WIG-, E-Hand-, Orbital- und Plasmaschweißen. Anschließend wechselte er von der Werkstatt in den Vertrieb von Schweißausrüstung bei ARC Welding Supplies - ein Schritt, der technisches Urteilsvermögen mit unternehmerischem Weitblick verband.
Diese Kombination wurde zum Fundament von Rapid Welding, und Kemppi gehörte von Anfang an zu den Lieferanten des Unternehmens. 36 Jahre später beschäftigt Rapid mehr als 30 Fachleute, bietet über 50.000 Produkte an, hat mehr als 400.000 Bestellungen in 136 Länder versandt und unterstützt seine Kunden mit technischer Beratung, Gerätevermietung und einem eigenen Servicebetrieb.
Seit Roys erstem ölgefüllten Schweißgerät hat sich die Technologie enorm weiterentwickelt - von Inverterstromquellen und digitalen Systemen bis hin zu Cobots und Laserschweißen. Sein Maßstab ist jedoch derselbe geblieben: die Schweißnaht, die der Kunde fertigen muss. Wir sprachen mit ihm über die 36-jährige Partnerschaft zwischen Rapid und Kemppi, die Lebensdauer von Ausrüstung und die Zukunft des Handwerks.
Rapid Welding und Kemppi arbeiten seit 1990 zusammen. Wie hat alles begonnen?
Rapid Welding wurde 1990 als Familienunternehmen gegründet, und wir arbeiten seit dem ersten Tag mit Kemppi zusammen. Das bedeutet, dass wir seit 36 Jahren gemeinsam unterwegs sind, und wir betrachten uns als Teil der Kemppi-Familie.
Kemppi-Ausrüstung ist für uns wirtschaftlich sehr erfolgreich, und Kunden, die ihre erste Kemppi-Maschine kaufen, bleiben der Marke sehr häufig treu.
Wenn wir einen neuen Kemppi-Kunden gewinnen, hat dieser die Ausrüstung oft schon bei einem früheren Arbeitgeber oder in einer anderen Branche eingesetzt. Der Ruf der Marke ist bereits stark, und Kunden bleiben in der Regel bei dem, was sie kennen und dem sie vertrauen.
Was hat die Partnerschaft über mehr als drei Jahrzehnte hinweg stark gehalten?
Die Menschen kaufen keine Schweißmaschinen; sie kaufen Schweißnähte. Mit den Schweißnähten verdienen sie ihr Geld. Uns geht es darum, ihnen die beste Schweißlösung anzubieten, und Kemppi hilft uns dabei.
Unterstützung und Offenheit haben eine entscheidende Rolle gespielt. Gemeinsam mit Kemppi suchen wir die für den jeweiligen Kunden am besten geeignete Lösung, und dank der Breite des Produktsortiments finden wir in der Regel eine Antwort auf die konkrete Anwendung.
Wir haben unsere 36 Jahre währende Ehe zwischen Rapid und Kemppi genossen. Eine Beziehung, die so lange hält, muss auch ehrlich sein, und ich sage offen, wenn ich glaube, dass etwas verbessert werden könnte. Die Bereitschaft, zuzuhören, einander herauszufordern und gemeinsam einen Weg nach vorn zu finden, hat diese Beziehung erfolgreich gemacht.
Welche Lösungen von Kemppi waren bei Ihren Kunden besonders erfolgreich?
Die Kombination aus X5 FastMig und SuperSnake war besonders erfolgreich. Wir sind an der Südküste ansässig, wo viele unserer Kunden im Bootsbau und in anderen maritimen Anwendungen tätig sind. Dazu gehören Unternehmen, die Schiffe für Offshore-Windparks in der Nordsee bauen, wo Konstruktionen und Ausrüstung robust, widerstandsfähig und zuverlässig sein müssen.
Aluminium spielt in diesem Markt eine wichtige Rolle, und SuperSnake ist mit seiner Fähigkeit, weichen Aluminiumdraht über große Entfernungen zu fördern, nahezu einzigartig. Das System eignet sich sehr gut für diese maritimen Anwendungen. Genau das meine ich, wenn ich davon spreche, die Schweißnaht zu verkaufen. Der Wert liegt in der zuverlässigen Drahtförderung genau dort, wo die Arbeit ausgeführt werden muss.
Kemppi-SuperSnake-Systeme wurden beim Bau der HMS Queen Elizabeth zum Schweißen an schwer zugänglichen Stellen eingesetzt. Welche Anforderungen stellen Projekte dieser Größenordnung?
Ich erinnere mich an unsere Beteiligung zu Beginn der Arbeiten im Zusammenhang mit den beiden Flugzeugträgern der Royal Navy. Die modulare Bauweise brachte technische Herausforderungen mit sich, und in einigen Bereichen galten strenge Anforderungen an sichere Betriebsspannungen. Projekte dieser Größenordnung zeigen sehr deutlich, wie wichtig die richtige Auswahl der Ausrüstung, technisches Know-how und Zusammenarbeit sind.
Wie wichtig ist der Kundendienst, sobald eine Maschine in der Produktion eingesetzt wird?
Er ist unverzichtbar. Rapid verfügt über eigene Servicetechniker, die eng mit dem technischen Team von Kemppi und den digitalen Supportressourcen zusammenarbeiten. Wir verstehen uns als Partner, die dafür sorgen, dass die Ausrüstung im bestmöglichen Zustand bleibt und noch Jahrzehnte später die vom Kunden benötigten Schweißnähte produzieren kann.
Einige Ihrer Kunden nutzen noch immer Kemppi-Maschinen, die sie vor Jahrzehnten gekauft haben. Was bedeutet diese Langlebigkeit für sie?
Einige Maschinen haben beinahe zu lange gehalten. Kunden modernisieren ihre Ausrüstung, behalten die älteren Kemppi-Maschinen jedoch häufig und nehmen sie bei Bedarf wieder in Betrieb. Ich habe Kunden, die noch heute Maschinen einsetzen, die ich ihnen vor 25 Jahren verkauft habe.
Einer meiner persönlichen Favoriten ist die MasterTig AC/DC 3500W. Sie ist ein echtes Arbeitstier, das einfach immer und immer weiterläuft.
Sobald man eine Maschine gekauft hat, vergisst man, was man dafür bezahlt hat. Wenn sie ausfällt, sagt niemand, das sei in Ordnung, weil sie günstig war; der Ausfall hat Geld gekostet. Wer zu Beginn etwas mehr investiert, kann Ausrüstung erhalten, die länger hält. Wir sprechen viel über Recycling, und Dinge möglichst lange zu nutzen, ist eine sehr wirkungsvolle Art, Abfall zu vermeiden.
Sie arbeiten seit rund 50 Jahren in der Schweißbranche. Wie hat sie sich verändert?
Die Veränderungen waren enorm. In den frühen Jahren dominierte das E-Hand-Schweißen viele Anwendungen. Ich erinnere mich daran, einige der ersten Inverterstromquellen an lokale Werften verkauft zu haben. Danach folgte der Übergang zu Fülldraht und Verfahren mit höherer Abschmelzleistung, mit denen Fertigungsbetriebe ihre Produktivität steigern konnten.
Eine aktuelle Bewertung der britischen Regierung nennt 49.000 offene Stellen im verarbeitenden Gewerbe; bei 42 Prozent davon ist ein Fachkräftemangel die Ursache. Wie wirkt sich der Mangel an Schweißfachkräften auf die Kunden aus?
Er ist eine der größten Herausforderungen für die Branche. Wir haben nicht genügend Menschen ausgebildet, und viele jüngere Fachkräfte treten ins Berufsleben ein, ohne zuvor jahrelang an der Seite erfahrener Schweißerinnen und Schweißer gelernt zu haben.
Die Ausrüstung muss deshalb unkompliziert, intuitiv und unterstützend sein, damit Anwender schnell gute Ergebnisse erzielen können. Zugleich erfordert Schweißkompetenz eine fundierte Ausbildung und Erfahrung. Leider macht YouTube aus niemandem einen Schweißer.
Werden Cobots und Roboter den Fachkräftemangel lösen?
Automatisierung spielt eine wichtige Rolle. Eine erfolgreiche Roboteranwendung benötigt jedoch weiterhin jemanden, der das Schweißen versteht und die Anlage richtig einrichtet. Die Person, die Parameter, Prozess und Ablauf festlegt, muss über Schweißkenntnisse verfügen.
Auch die Aufgabe selbst muss für die Automatisierung geeignet sein. Ein Roboter schafft den größten Mehrwert, wenn er eine ausreichende Lichtbogenbrennzeit erreicht und die Bauteile mit gleichbleibender Passgenauigkeit bereitgestellt werden. In Werften und vielseitigen Fertigungsumgebungen bieten Nahtsituationen und Zugangsbedingungen nicht immer die Konstanz, die ein Roboter bevorzugt.
Roboter haben ihren Platz, aber sie werden qualifizierte Facharbeiterinnen und Facharbeiter nicht ersetzen.
Welche Rolle wird das Laserschweißen Ihrer Ansicht nach im Markt spielen?
Wir beobachten ein deutlich zunehmendes Interesse am Laserschweißen. Bediener können das Verfahren vergleichsweise schnell erlernen, und bei geeigneten Anwendungen können die Schweißgeschwindigkeiten um ein Mehrfaches höher sein als beim WIG-Schweißen. Diese Kombination ist attraktiv für Unternehmen, die unter Produktionsdruck stehen und nur begrenzt qualifizierte Arbeitskräfte finden.
Das Laserschweißen wird das Spektrum der Fertigungsoptionen erweitern, während WIG für viele Werkstoffe, Verbindungsarten und Qualitätsanforderungen weiterhin die richtige Wahl bleibt. Aufgabe des Vertriebspartners ist es, die Anwendung zu verstehen und dem Kunden dabei zu helfen, das Verfahren auszuwählen, das zu Werkstoff, Umgebung, Produktionsvolumen und verfügbaren Kompetenzen passt.
Welche Rolle werden Vertriebspartner spielen, wenn sich die Schweißtechnik weiter verändert?
Als Schweißfachhändler sind wir Käufer und Verkäufer und deshalb auf starke Beziehungen zu unseren Lieferanten angewiesen. Diese Beziehungen sind wichtiger denn je; wir müssen einander unterstützen und die Bedürfnisse der jeweils anderen Seite verstehen. Ich bin sehr froh, dass wir uns vor 36 Jahren für die Zusammenarbeit mit Kemppi entschieden haben.
Was stimmt Sie mit Blick auf die Zukunft des Schweißens optimistisch?
Wir sind nie weiter als einen Meter von einer Schweißnaht entfernt. In dem Stuhl, auf dem Sie sitzen, befindet sich eine Schweißnaht, und jede Konstruktion enthält irgendwo eine Schweißnaht. Schweißen ist eines der wichtigsten Handwerke der Welt.
KI kann viele administrative Aufgaben übernehmen, aber sie kann weder eine Mauer errichten noch schweißen, ein Dach decken oder Sanitärarbeiten ausführen. Wir müssen uns ernsthaft mit dem Handwerk auseinandersetzen und Menschen fördern, die gern mit ihren Händen arbeiten. Etwas Greifbares zu schaffen, vermittelt ein echtes Gefühl von Erfüllung und den Stolz auf einen Tag harter Arbeit.
Varsha Saraogi
Varsha Saraogi
Hails from a background in journalism and editorial strategy and brings an international B2B perspective to content and communications at Kemppi. Passionate about creating stories that connect welding technology with the people and industries it serves, combining technical substance with a clear and engaging voice. Work has been published in specialist titles such as Airport Technology, Railway Technology, Ship Technology, FinTech Global, and RegTech Analyst, reflecting experience across a wide range of industrial and business sectors.
